Vernissage in der Stadt- und Landesbibliothek

Viele Besucher waren gekommen


Am Dienstag, den 6. März 2018 wurde zur Vernissage der Fotoausstellung „Unser Potsdam – gestern und heute“ vom Fotoklub des Hauses der Begegnung in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam geladen.
Die Ausstellung wurde von Frau Sybille Weber, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam eröffnet.
Der Klub entstand aus einem Workshop heraus zum Thema "Ich habe eine Digitalkamera geschenkt bekommen- was nun?" Manche Mitglieder sind von Anfang an dabei, neue kamen und kommen dazu.

Ronald Rosenkranz, Sohn einer Fotografin und Teilnehmerin des Fotoklubs arbeitet in der Bibliothek und hatte die Verbindung zur Einrichtung hergestellt.

Antje Tannert leitet den Fotoklub seit 10 Jahren. Ihr Ehemann Dietmar Tannert hatte die Idee Fotos hier auszustellen.

Alle alten Fotos in der Ausstellung sind aus Familienalben und die neuen wurden Ende 2016/ Anfang 2017 fotografiert. Ich finde die Fotos von damals interessant und staune wie sich Potsdam verändert hat.

Täglich kommen zu den Öffnungszeiten 1000 Besucher in die Bibliothek. Das ist die Chance, dass viele Leute die Fotos sehen Die Ausstellung kann bis zum 06. April besucht werden.

In einem Brief von Antjes Tannerts Mutter Margret Scherping können Besucher folgendes lesen:

Aus einen Brief von Margret Scherping an ihre Schwester

„Potsdam, den 19.April 1945 …

Zunächst ist da erst mal am Sonnabend (14.4.) der schwere Terrorangriff auf Potsdam gewesen, von dem Du sicher mit Besorgnis im Wehrmachtsbericht gehört hast...Es war ein verdammt unangenehmes Gefühl, als wir rundumher die Bomben einschlagen hörten und im Keller schwankten, als säßen wir auf hoher See auf einem Schiff. Dauernd dachte man, in der nächsten Minute sind wir selber dran. Es ist hier im Haus aber bis auf Fenster- und andere kleine Schäden nichts passiert Die Innenstadt ist jedoch nicht wiederzuerkennen. All die schönen alten Häuser, die historischen Gebäude, das Stadtschloss, die Garnisonskirche, die Nikolaikirche, kurz: Alle für die Stadt charakteristischen Bauten sind zerstört. Der Bahnhof und Umgebung ist restlos verschwunden. Dort hat ein Munitionszug gestanden, der hochgegangen ist. Die ganze Nacht durch hat das noch gekracht. Potsdam gleicht überhaupt einem einzigen riesengroßen Schutthaufen. So schlimm sieht es in vielen Gegenden Berlins nicht mal aus. Babelsberg hat auch eine ganze Menge abgekriegt…

Uns hätte der Angriff beinahe unterwegs erwischt. Wir waren nach Berlin gefahren und kamen dadurch, dass wir noch im Zoo waren, erst nach 21 Uhr nach Hause. Wir waren gerade mit dem Abendbrot fertig, als es Alarm gab. Innerhalb von 35 Minuten war dann dieser Jahrhunderte alte Schatz an Kultur in Schutt gelegt. Man könnte an dem Verstand der ganzen Menschheit und an dem Sinn des Lebens verzweifeln, wenn man darüber nachdenkt. Doch das versuche ich, so viel wie möglich zu vermeiden. Ich wünsche mir immer so eine Art „Gehirnrumpelkammer“, in die man alle unangenehmen Gedanken hineinschieben kann und fest hinter ihnen zuschließt…“

Meine Mutter hat uns ihre Erinnerungen in Tagebuchform hinterlassen. In dieser Ausstellung zeigen wir auch mehrere alte Fotos von ihr. Antje Tannert

 

Rolf Gutsche

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